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Sterilisation



Wenn man sicher ist, seine Familienplanung abgeschlossen zu haben, ist eine interessante Möglichkeit der dauerhaften Schwangerschaftsverhütung der operative Ver­schluss beider Eileiter. Frauen, die über diesen Schritt nachdenken, möchten wir nachfolgend nach bestem Wissen informieren.

Vorteile der Sterilisation

- Eine einmalige Maßnahme reicht aus.

- Optimale Verhütungs-Sicherheit.

- Keine Medikamenten-Nebenwirkungen.

- Keine Veränderung der körpereigenen Hormone.

- Geringe Kosten

- Gleichzeitig mit der Sterilisation erfolgt eine Untersuchung des gesamten Bauchraumes, ggf. können Krankheiten in gleicher Sitzung behandelt werden.

- Die Entfernung beider Eileiter -falls diese Form der Sterilisierung gewählt wird- reduziert das Risiko, an Eierstockkrebs zu erkranken um ca. 40 % !


Nachteile der Sterilisation

- Operativer Eingriff (Bauchspiegelung) notwendig, kleine Narbe am Nabel.

- Eine Wiederfruchtbarmachung ist grundsätzlich möglich (falls nicht die Eileiter entfernt werden), erfordert jedoch eine erneute Operation. Diese ist nicht immer erfolgreich (u. a. altersabhängig). Eine weitere Möglichkeit ist die Befruchtung im Reagenzglas. Sie ist auch nach Entfernung der Eileiter möglich.

- Kommt es zu einem Sterilisationsversager, handelt es sich bei einer Eileiter-Durchtrennung in 2/3 der Fälle um Eileiterschwangerschaften. Bei Entfernung der Eileiter entfällt dieses Risiko.

Wie funktioniert die Methode?

Die Eileiter sind zwei kleine schlauchförmige Gebilde von etwa 6 cm Länge, die rechts und links aus der Gebärmutter herausführen und neben den Eierstöcken in die Bauchhöhle münden. Sie führen die Sa­menzellen in die Bauchhöhle und transportieren nach der Befruchtung die jungen Embryonen aktiv zur Gebärmutterhöhle zurück.

Verschließt man die Eileiter, kann eine Befruchtung nicht mehr stattfinden, da der Weg der Samen­zellen blockiert ist. Mit der Eizelle geschieht dann nichts anderes als vor der Sterilisation. Beim Eisprung wird die Eizelle aus dem Eierstock ausgeworfen. Dort bleibt sie etwa 12 Stunden lang befruchtungsfähig. Kommt es nicht zur Befruchtung, löst sich die Eizelle in der Bauchhöhle auf. Die unter Laien verbreitete Vorstellung, dass die Eizellen bei der Regelblutung abgestoßen werden, ist falsch. Bei der Regel wird nur die Schleimhaut der Gebärmutter erneuert.

Durch den Verschluss der Eileiter kommt es nicht zu Veränderungen der weiblichen Hormone, des Körpergewichtes, der Menstruation, des körperlichen Wohlgefühls, des sexuellen Empfindens oder zu früherem Eintritt der Wechseljahre.

NEU ! Die Entfernung der Eileiter senkt das Eierstock-Krebs-Risko deutlich! Eierstock-Krebs ist sehr tückisch, weil es weder Frühsymptome noch eine effektive Früherkennungsmethode gibt. Was früher für Eierstock-Krebs gehalten wurde, hat seinen Ursprung in ca. 40 % nicht im Eierstock sondern im Eileiter!

Als Konsequenz wird seit Ende 2011 empfohlen, bei allen Gebärmutter-Entfernungen ebenso wie Sterilisationen bei Patientinnen mit einem Alter von mehr als von 35 - 40 Jahren die Eileiter nicht im Bauch zurückzulassen. Sie lassen sich in wenigen Minuten problemlos entfernen. Dies hat keine negativen Auswirkungen.


Die Entwicklung der Methode:

Im Jahre 1993 wurde im OPZ dazu übergegangen, die Eileiter weiter von der Gebärmutter entfernt zu durchtrennen als zuvor. Es gelang hierdurch, die Versagerquote bei mehr als 5000 durchgeführten Sterilisationen auf ca. 1-2 Promille abzusenken (Ergebnis einer Befragung aller Frauenärzte, die dem OPZ zwischen 1993 und 2003 Patientinen zur Sterilisation zugewiesen hatten).

Seit dem Jahr 2005 hat Dr. Maucher eine ergänzende Maßnahme eingeführt. Er durchtrennt die Eileiter nicht nur sondern deckt die Enden per microchirurgischer Nahttechnik zusätzlich mit Bauchfell aus der Umgebung ab. Hierdurch wird den Ursachen von Sterilisationsversagern vorgebeugt, die durch kleine Fistelgänge verursacht werden. Das sind mikroskopisch kleine Verbindungsgänge der Gebärmutterhöhle in den Bauchraum, die sich aus ungeklärten Ursachen ausbilden können. Dass das Abdecken effektiv ist, hat die Erfahrung mit ähnlichen Techniken gezeigt, die vorher nur am offenen Bauch angewendet worden waren. Empfohlen wird diese geringfügige Erweiterung der Sterilisation vor allem jüngeren Patientinnen.
Die durch das aufwändigere Verfahren resultierende Verlängerung der Operationszeit um ca. 20 Minuten hat auf das Befinden der Patientinnen nach der Operation, auf die Entlassungszeiten oder das Verhalten nach der Operation keinen Einfluss. In Höhe der Schamhaargrenze sind zwei zusätzliche Einstiche mit einem Durchmesser von jeweils 3 Millimetern erforderlich. Darüber hinaus ist der Einsatz an Personal und Einmalmaterialien höher. Beides zusamen genommen macht den Eingriff um 110 € teurer.


Die Bauchspiegelung

Der Zugang zum Bauch erfolgt über die Nabelgrube. Dort wird eine Optik eingebracht, über die man verschiedene Instrumente einführen kann. Hierzu ist ein ca. 1 cm großer Hautschnitt in die Nabelgrube erforderlich. Die Bauchhöhle wird mit CO2-Gas gefüllt. Durch einen leichten Überdruck des Gases entfaltet sich der Bauchraum. CO2 ist ein ungiftiges Gas, das als Atemgas im Blut vorhanden ist. Die Gasdrücke werden heute niedrig gehalten. Das Gas wird auf Körpertemperatur erwärmt. Zum Dirigieren der Gebärmutter wird zu Beginn der OP über die Scheide ein Stift in die Gebärmutter platziert.


Verbesserte Patientensicherheit

Für das Einbringen der Optik durch den Nabel gibt es zwei verschiedene Methoden. Die von uns ausschließlich angewendete Methode der „offenen Bauchspiegelung“ verbessert die Sicherheit der Patientinnen. Bei den herkömmlichen Bauchspiegelungsverfahren werden am Nabel Sonden „blind“ eingestochen. Bei der „offenen“ Bauchspiegelung wird die Bauchdecke schichtweise unter Sicht am Nabel eröffnet. Daß dies mehr Schutz vor Verletzungen bietet als ein "blindes" Einstechen von scharfen Sonden, liegt auf der Hand und ist in zahlreichen Publikationen belegt worden.

Die Merkmale unserer Sterilisationsmethode zusammengefasst:

- Durchführung als sog. „offene Bauchspiegelung“ ohne blindes Einstechen von Sonden.

- Verödung und Durchtrennung der Eileiter relativ weit von der Gebärmutter entfernt, ggf. zusätzliche Einnähung der Eileiterstümpfe in benachbartes Bauchfellgewebe mittels endoskopischer Nahttechnik zur Absicherung gegen Undichtigkeiten der Eileiterstümpfe, d. h. zum Schutz vor Sterilisationsversagern, insbesondere vor Eileiterschwangerschaften insbesondere bei jüngeren Patientinnen.

- Entfernung der Eileiter bei Patientinnen oberhalb des ca. 35. - 40. Lebensjahres.

Es werden die Vorteile der früheren Leibschnitt-Operationen mit denen der modernen Minimal Invasiven Chirurgie zusammengeführt. Diese Technik ist neu und wurde von Dr. Maucher erstmals im Januar 2005 auf einem Fortbildungskongress in Gießen vorgestellt und im Juni 2006 in der gynäkologischen Fachzeitschrift "GYN" Omnimed Verlag Hamburg publiziert ("Optimierte Sterilisationstechnik". A. Maucher, Gyn 2006; 11: 211 - 217).


Die ambulante Sterilisation

Die Sterilisation der Frau per Bauchspiegelung ist problemlos ambulant durchführbar, wie unsere sehr großen Operationszahlen in nunmehr 30 Jahren beweisen. Die Entlassung nach einer Sterilisation erfolgt in der Regel nach 2-4 Stunden. Man darf anschließend sofort normale körperliche Aktivität aufnehmen, wenn man sich entsprechend fühlt. Die Verhütung ist sofort gesichert.

Komlpikationen sind bei so einfachen Operationen wie einer Sterilisation extrem selten. Wir klären hierüber im Rahmen der Vorgesprächs-Sprechstunde mündlich und schriftlich auf.

Mit folgenden Beschwerden ist unter Umständen nach der Operation zu rechnen: Für einige Stunden bzw. bis zum Folgetag Kreislaufbeschwerden, einige Tage Ziehen im Bereich der Schultern, Kratzen im Kehlkopfbereich, Blähbauch, Schmerzen im Nabel und eventuell eine Schmierblutung aus der Scheide bedingt durch das notwendige Anbringen eines Dirigierinstrumentes an den Muttermund. Diese Dinge sind in der Regel harmlos.

Die Kosten werden nicht von den Krankenkassen übernommen. Sie belaufen sich sich auf 490,00 € für die herkömmliche Technik der (Sterilisation Operation und Narkose zusammen). Die in diesem Artikel beschriebene aufwendigere Technik kostet 600,00 € (ebenfalls Operation und Narkose zusammen).


Erläuterung der Bilder

Bild 1: Gebärmutter und Eileiter vor einer Sterilisation

Bild 2: Die Eileiter sind beidseits mit Elektro-Technik verkocht und anschließend durchtrennt. Es wurde bewusst ein gewisser Abstand zur Gebärmutter eingehalten, da dies die Sicherheit erhöht und den Weg für eine Wiederfruchtbarmachung offen hält.

Bild 3: Zustand nach einigen Wochen. Das verkochte Gewebe ist verschwunden. Es besteht ein recht großer Abstand zwischen den Eileiterenden. Wenn die Eileiterstümpfe gut verheilen und dicht bleiben, ist die Sicherheit abslolut.

Bild 4: Hier ist Gebärmutterschleihaut in das Eileiterende hineingewachsen. Das ist selten. Die Ursachen sind nicht bekannt. Es kann zur Folge haben, dass sich feine Gänge (Fisteln) bilden, durch die Samenzellen in die Bauchhöhle gelangen. Folge kann sein entweder eine Eileiterschwangerschaft (ca. 2/3 der Fälle) oder eine normal angelegte Schwangerschaft (1/3 der Fälle).

Bild 5 zeigt die Strategie gegen dieses Phänomen: Das Eileiter-Ende wird mittels feiner Naht überdeckt mit Bauchfellgewebe.

Bild 6: Das Ergebnis. Das Eileiterende mündet in die neu gebildete Tasche

Bilder 7 und 8: Ergebnisse in der Übersicht